Freiwillige Feuerwehr Nieder-Stoll e.V.

Das Feuerwehrgerätehaus heute

Vereinsvorstand

Der Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr setzt sich momentan zusammen aus:

Position Name
1. Vorsitzender Ralf Otterbein
2. Vorsitzender Christian Kübel
Rechnerin Stephanie Lips
Schriftführer Holger Merkel
Wehrführer Marco Jumel
stellv. Wehrführer Gerhard Rausch
Gerätewart Michael Kübel
Jugendfeuerwehrwart Christian Barth
Beisitzer Benjamin Reis

Geschichte - Aktivitäten - Gegenwart

„GOTT ZUR EHR, DEM NÄCHSTEN ZUR WEHR“ - dieser Wahlspruch der Feuerwehren galt vielleicht schon Anfang des 19. Jahrhunderts. Denn aus alten Aufzeichnungen geht hervor, daß Nieder-Stoll im Jahre 1896 eine Fuhrspritze, Baujahr 1802, ihr eigen nannte.
Desweiteren gehörten seinerzeit zum Inventar:
 1 alter Hanfschlauch, 10 m lang
 1 neuer Hanfschlauch, 10 m lang
 13 Feuer-Eimer
 3 Feuerleitern 5 – 9 m
 3 Feuerhaken.
Das waren die Anfänge.

 

Leider, muß man sagen, gibt es von den späteren Jahrzehnten keine Aufzeichnungen mehr. Möglicherweise wurden sie ein Opfer der Kriegswirren.

 

Nach dem 2. Weltkrieg fand am 17.03.1951 um 20.00 Uhr im Gasthaus Lips die erste Jahreshauptversammlung statt. Der bis dahin seit über 40 Jahren im Dienste der Feuerwehr gestandene Karl Goppel, der die Wehr auch geleitet hatte, wurde durch den neu gewählten Ortsbrandmeister Georg Decher abgelöst.

 

Anfang 1952 wurden 6 blaue Uniformröcke angeschafft. Für weitere Anschaffungen fehlte das Geld, obwohl die Beiträge seinerzeit schon 4,00 DM jährlich betrugen, was für die damaligen Verhältnisse nicht wenig war.

 

Bereits eineinhalb Jahre nach der ersten Jahreshauptversammlung, nämlich am 31.08.1952, war es der Wehr möglich, ihr erstes großes Nachkriegs-Feuerwehrfest in Nieder-Stoll durchzuführen.

 

Die erste Ehrung von Kameraden nach dem Kriege, für 25 Jahre Dienst, war am 25.07.1953.

 

Als Meilenstein in der Nieder-Stoller Feuerwehr-Geschichte ist der Kauf der Trag-Kraftspritze TS 8/8 zu werten. Zum ersten Einsatz kam die Spritze am 24.02.1955 beim Brand in Schlitz an der „Ottoburg“.

 

Mit Datum 15.10.1960 begannen die jährlich regelmäßig durchgeführten Langewege-Übungen des Kreutzersgrundes. Neben den Wehren von Bernshausen, Ützhausen und Nieder-Stoll, die seither immer daran teilgenommen haben, waren auch schon die Wehren aus Schlitz und Bad Salzschlirf beteiligt.

 

Ende der sechziger Jahre ließ das Interesse an der Feuewehr leider etwas nach, was Ortsbrandmeister Kimpel bei der Generalversammlung am 12.04.1969 auch offen sagte.

 

Während der Generalversammlung am 09.01.1970, zu der erfreulich viele junge Leute gekommen waren, wurde der neue Ortsbrandmeister Hans Hühn gewählt. Sein Vorgänger Hans Kimpel hatte infolge Umzug Nieder-Stoll verlassen.

 

In den Folgejahren war die Wehr sehr aktiv. Bereits am 02.09.1970 wurde die Jugendfeuerwehr gegründet.

 

Die letzte Generalversammlung in eigener Verwaltung, wie es Hühn nannte, war am 29.12.1971, ab dem 01.01.1972 unterstehe im Zuge der Eingemeindung alles der Kernstadt Schlitz.
Mit diesem Datum wurden alle Ortsbrandmeister zu Wehrführern ihres jeweiligen Stadtteiles.

 

Die neue Satzung der Stadt Schlitz wurde bei der Generalversammlung am 12.01.1974 vorgelegt.

 

Im gleichen Jahr begannen die Planungen zum Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses. Es folgten in den nächsten Monaten mehrere Sitzungen mit Bürgermeiter Klee, Architekt Merz und dem Ortsbeirat. Architekt Merz legte Baupläne vor, man kalkulierte mit div. Eigenleistungen. Die Pläne wurden noch mehrfach geändert, da das Gebäude nicht nur Feuerwehrräume beherbergen, sondern auch Gemeinschaftscharakter bekommen sollte.
Am 16.06.1975 wurden erste praktische Schritte unternommen. Der damalige Schulgarten wurde geebnet, denn auf diesem Gelände sollte das neue Haus erstehen.
Dann ging es „Schlag auf Schlag“. Die Erdarbeiten begannen am 17.09.1975, Fa. Schmalz aus Ützhausen setzte den ersten Stein am 22.09.1975. Die Maurerarbeiten gingen zügig voran, so daß am 01.11.1975 der in Eigenleistung gefertigte Dachstuhl aufgestellt werden konnte.
In den Folgemonaten wurde der Bau soweit fertiggestellt, daß der Umzug der Wehr vom alten „Spritzenhaus“ neben dem Backhaus in die neuen Räume am 29.04.1976 erfolgte.

 

Aber nichts Neues ohne Wehrmutstropfen. Das alte Spritzenhaus mit seinem Trockenturm war bautechnisch abbruchreif, aber dennoch vielen ans Herz gewachsen. Es wurde am 13.05.1976 dem Erdboden gleichgemacht.

 

Die Einweihungsfeierlichkeiten des neuen Hauses sollten im Herbst des gleichen Jahres sein. Bis dahin wurden die fehlenden Arbeiten an Innenräumen und Außenanlagen verrichtet.

 

Der vorgesehene Termin konnte nicht wahrgenommen werden, aber am 30.04.1977 war es dann endlich soweit und die offizielle Einweihung konnte, mit allem was dazu gehört, so richtig gefeiert werden.

 

Im Jahre 1979 begannen die Schlitzer Stadtfeuerwehrtage. Jedes Jahr sollte ein anderer Stadtteil Ausrichter des Festes sein.

 

Am 1. und 2. August 1981 war Nieder-Stoll an der Reihe, es waren schöne Tage und ein Erfolg für die Feuerwehr.

 

Ein weiterer erwähnenswerter Tag war der 23.09.1981. Die Nieder-Stoller Wehr sollte durch ein neues LF 16 ergänzt werden. Man staunte zwar sehr über dieses schöne Fahrzeug, und es wäre ein gewaltiger Meilenstein in der Nieder-Stoller Feuerwehrgeschichte gewesen. Doch ein solches Fahrzeug für Nieder-Stoll, da konnte einfach etwas nicht stimmen. Und so war es denn auch, dem Werk war ein Fehler unterlaufen. Schade!

 

Am 05.12.1981 erinnerte man sich nochmals gerne an den im August durchgeführten 3. Stadtfeuerwehrtag. Ein schöner Film hierüber wurde gezeigt und gleichzeitig erklang das Nieder-Stoller Lied, welches Elke Becker und Elvira Richter zuvor auf Band gesungen hatten.

 

Im Dezember 1982 wurde die Wehr etwas modernisiert. Sie erwarb den alten Schlauchwagen der Fraurombacher Wehr, wozu Stadtbrandinspektor Weickert bemerkte, daß es zwar keine große Bereicherung darstelle, aber als geschlossener Maschinenwagen den Vorschriften entspräche. Der dadurch freigewordene alte Maschinenwagen konnte im Frühjahr 1983 in einen Schlauchwagen umgebaut werden.

 

Einen technisch großen Schritt nach vorne tat die Feuerwehr am 01.04.1985 mit dem Erwerb eines gebrauchten LF 8. Das Fahrzeug, das eine Vorbaupumpe hat, wurde zusätzlich mit der alten TS 8/8 bestückt. Der bisherige Maschinenwagen wird seither als Schlauchwagen eingesetzt. Zum ersten Einsatz gelangte das LF 8 am 11.05.1985 anläßlich einer Saugübung an der Schlitz. Feuerwehrtechnisch gab es eine weiter Bereicherung. Funk wurde ins LF 8 eingebaut und der Wehr standen Handfunkgeräte zur Verfügung. In den achtziger Jahren wurde die Feuerwehr Nieder-Stoll auch verstärkt zu einem Kulturträger.

 

So traten am 18.09.1983 erstmals Kreutzersgrunder Feuerwehrmannschaften zu einem Fußballmatch gegeneinander an. Dieses Turnier wird seither jährlich durchgeführt.

 

Außerdem begann 1985 eine weitere kulturelle Aktion: Die Dorfolympiade. Ein Wettbewerb, der zwar vom Nieder-Stoller Schützenverein ausgetragen wird, an dem aber von Anfang an die Feuerwehr Nieder-Stoll sehr erfolgreich teilnimmt.

 

1986 konnte die Wehr auf eine 90-jährige Geschichte zurückblicken. Dieses Jubiläum wurde in Zusammenhang mit dem Dorffest vom 29. bis 31.08.1986 gefeiert.

 

Im Laufe der Jahre merkte man, daß das Dorfgemeinschaftshaus mit den Feuerwehrräumlichkeiten auf Dauer den Ansprüchen nicht mehr genügen würde. Es gab Erweiterungsvorschläge und im April 1991 begann man mit den Anbauarbeiten. Wiederum war sehr viel Eigenleistung erforderlich.
Ganz offiziell wurde am 27.03.1992 der Anbau in einer Feierstunde seiner Bestimmung übergeben.

 

Was läßt sich als Resümee sagen?

 

Getreu dem Wahlspruch „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ ist die Feuerwehr Nieder-Stoll natürlich in erster Linie ihren eigentlichen Aufgaben in Form von Übungseinsätzen, auch in Zusammenarbeit  mit anderen Wehren und, so norwendig, ernsten Einsätzen nachgekommen. Dazu war im Laufe der Jahre natürlich Weiterbildung notwendig. Grundlehrgänge, Funk- und Maschinistenlehrgänge wurden besucht.

 

Zur Arbeit und Einsatz gehört aber auch Feiern:

 

Da waren die vielen Feuerwehrfeste die man besuchte. Da initiierte die Feuerwehr Nieder-Stoll im Laufe der Jahre aber auch selbst einige größere Feste im eigenen Dorf. Waren es in früheren Jahren mehr Kameradschaftsabende und Theatervorführungen, so änderte sich das Bild etwas zugunsten von Karnevalsveranstaltungen, Wanderungen, Grillabenden und div. sportlichen Spielen.

 

Und die Jugend die das Erbe ja fortführen und weitergeben soll – sie ist auch dabei, vielleicht mit einem zweiten zusätzlichen Wahlspruch: „Laßt uns am Alten, so es gut ist, halten und auf altem Grund Neues wagen, jede Stund“!

 

Am 12.01.1974 vergrößerte sich die Jugendfeuerwehr durch den Beitritt drei junger Damen.

 

In den Folgejahren, unter verschiedener Leitung, nahm die Jugendfeuerwehr an mehreren Zeltlagern teil. Neben dem feuerwehrtechnischen Übungsteil wurden auch Wanderungen, Filmvorführungen und anderes mehr durchgeführt. Aber natürlich auch Wettkämpfe besucht.

 

Ab 1987 arbeitete man, weil als Gruppe zu klein, mit der Schlitzer Jugendfeuerwehr zusammen.

 

Einige Jahre klappte diese Arbeit gut, doch die letzte Zeit bis Herbst 1995 brachte eine Ruhepause.

 

Durch Anfragen und Gespräche mit Jugendlichen und deren Eltern, im ersten Halbjahr 1995, stellte sich heraus, daß wieder großes Interesse an der Jugendfeuerwehr besteht und eine Wiederbelebung und Fortführung der bereits 1970 begonnen Arbeit in Angriff genommen werden soll.

 

Es erfolgte am 07.10.1995 ein erstes Treffen mit Interessierten, mit Eltern und mit kompetenten Feuerwehrleuten.

 

Am 22.03.1996 war es dann soweit, die offizielle Neugründung der Jugendfeuerwehr Nieder-Stoll war beschlossen und legitim. Es kann weitergehen!

 

Das Jubiläum – 25 Jahre Jugendarbeit – feiert die Nachwuchsabteilung vom 12.-15.07.1996 in Verbindung mit dem 18. Stadtfeuerwehrtag und dem 100-jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Nieder-Stoll.